Reisen mit Säugling und Kleinkindern in Süd Amerika

Mittwoch, 8. April 2015

Bolivianisch-Österreichisches Ostern

..., das war ein Erlebnis am Salar. Jetzt ist aber dringend eine gründliche Autowäsche angesagt. In Uyuni scheint es die besten Autowäscher der Welt zu geben. Seit ich das Auto gekauft habe, war es nicht mehr so sauber. Wir nützen die Gelegenheit und machen aus der Autowäsche einen erweiterten Osterputz. Es werden Kabine und Autoinnenraum ebenso gereinigt. Insgesamt dauert das Ganze fast sechs Stunden, aber es zahlt sich aus, wir fühlen uns nun wieder viel wohler in den eigenen vier Wänden.
Uyuni wirkt auf uns sehr positiv. Aufgrund der hohen Touristendichte sind die Preise jedoch für bolivianische Verhältnisse hoch, aber nicht höher wie bei den südlichen Nachbarn.
Überhaupt gestaltet sich das Einkaufen leichter als erwartet. In größeren Städten gibt es einen Mercado Central, hier bekommt man Obst und Gemüse sowie Fleisch und Käse. Prinzipiell gilt für jede Produktgruppe gibt es ein eigenes Geschäft, so auch für Milchprodukte, die ja bei uns fast unentbehrlich sind. Bis jetzt fehlt es uns an nichts und wenn es mal schwieriger wird, helfen die Menschen auch gerne weiter.
Ja, das Tanken in Bolivien wird unter Reisenden ebenso viel diskutiert. Prinzipiell zahlen Ausländer ca. dreimal mehr, aber über den Preis lässt sich reden und man ist sich schnell einig :-)
Und wenn man einmal in der Türkei getankt hat, dann sind die Preise wo anders nicht mehr so schlimm.
Unsere Route führt uns über eine sehr gut ausgebaute Strasse in die einst florierende Silberminen Stadt Potosi. Tonnenweise haben hier die Spanier einst das Silber abbauen lassen. Trotz chaotischen Verkehr und dichten Gedränge auf der Strasse, fühlen wir uns wohl und genießen den Stadtbummel.
Aber Ostern steht vor der Tür und damit uns der Osterhase sicher findet, entscheiden wir uns für einen schönen Stellplatz an einer von heißen Quellen gespeisten Lagune namens "Ojo del Inca" (an dieser Stelle besten Dank an RoCaTaMa, nach sieben Monaten nutzen wir einen Stellplatz aus ihrer sehr übersichtlichen Stellplatzliste).
Der Osterhase hat die Ostereier versteckt und die Kinder sind vor lauter Aufregung im Morgengrauen schon munter. Alle Eier werden gefunden und wir verbringen einige schöne Tage hier.
Höhepunkt des Aufenthaltes: Tobias lernt schwimmen, er schafft schon 5 Meter ohne Schwimmflügerl.
Aber es ist wieder an der Zeit weiter zuziehen, morgen gehts Richtung Sucre,..
















Donnerstag, 2. April 2015

weißes Meer Boliviens

Bolivien, das ging ja relativ zügig, sind ja schon sehr geübt in Grenzformalitäten.
Es ist abends, in der kleinen Grenzstadt Villazon und nach dem Geldabheben ging es schon hinaus, wäre da nicht die Maut und die Polizei. Aber halb so schlimm, die Gebühren überschaubar und die Polizei trinkt ihren Cocatee. Bald ist mir der Ablauf geläufig, somit freuen wir uns auf Bolivien.
Tupiza ist auf der gut ausgebauten Strasse schnell erreicht und ab da geht es über viele Anden Pässe Richtung Uyuni.
Die Landschaft erfreut unsere Augen, denn es ist nicht trostlos sondern vielfältig. Seit langem sehen wir wieder Bäume und Blumen.
Aber nicht so schnell das ganze. Petra hört ein Krachen, welches beim Beschleunigen schneller wird. Ehrlich, ich will nichts hören, ich will nur weiterfahren. Es hört sich jedoch wirklich nicht gesund an, d.h. anhalten in 4000 m Höhe und Auto aufbocken. Drehen und hören, mein Tipp, das hintere Kreuzgelenk muss getauscht werden, aber wo?
Uyuni liegt noch 170 km vor uns, somit retour nach Tupiza. Die Gedanken kreisen nur um eine Lösung, meine Stimmung ist wieder einmal im Keller.
Es ist Wochenende und wir machen mal Pause, bevor wir uns in den Werkstatt Zirkus stürzen.
Somit kommen wir am Sonntag in Tupiza etwas ausgeruht an.
Erster Kontakt wie immer die Polizei, freundlich werden wir informiert, dass heute niemand mit dem Auto fahren darf, denn es sind Wahlen im ganzen Land. Aber wir brauchen einen Mechaniker, Wahlen hin oder her.
Der Mechaniker, hat seinen Uhrnengang beendet und öffnet uns sein Werkstatttor .
Meine Vermutung stimmte, nur sei heute Sonntag und noch dazu Wahltag, also kein Ersatzteil, aber morgen.
Da bisher die Montage für uns in Werkstätten immer gut verlaufen sind, hoffen wir auf das Beste und sind soweit es geht zuversichtlich.
Aber das Positive, an der ganzen Situation, wir kommen in Kontakt mit der Bevölkerung, wir plaudern und die Kinder spielen (und Tobias kann, schon die Zahlen besser wie ich, gelernt hat es ihm Keiner,...)
Die Aufregung steigt, es ist Montag Vormittag und ich bin mit Abraham unserem Mechaniker auf dem Weg zum Ersatzteilhändler. Es wir gemessen, verglichen, im Lager nach geschaut und es passt. Na dann gleich zwei Stück bitte. Wir bauen das Kreuzgelenk ein, Abraham lobt meinen Einsatz beim Schrauben, ja es bleibt auf so einer Reise auch nichts anderes übrig als beim Auto selbst Hand anzulegen.
Der Abschied fällt uns schwer, denn die Freundlichkeit, die Ehrlichkeit und wie wir aufgenommen wurden, war alles andere als man manchmal von Reisenden hört. Erfahrungen können sehr unterschiedlich sein.
Nach dem wir den Milchvorrat im Geschäft leer gekauft haben, fahren wir weiter nach Uyuni, wo wir den riesigen Eisenbahnfriedhof bestaunen und übernachten. Ein Spielplatz für groß und klein.
Noch eine Überraschung, auf uns wirkt Uyuni sehr angenehm positiv, bevor wir aber in den Salar aufbrechen, wird das Auto gewaschen und mit Diesel eingesprüht. So hoffen wir, dass die elektronischen Leitungen unterm Auto unseren Ausflug in den größten Salzsee der Welt gut über stehen.
Es ist einmalig für uns, wir fahren über das "weiße Meer" Boliviens. Alles um uns in glizerndes weiß gehüllt. Ein Schauspiel, welches sich schwer in Worte fassen lässt. Somit gute Nacht mitten auf dem Salar.

























Mittwoch, 1. April 2015

Lagunenroute und der Schnee

.., wir möchten mit der Höhe mal Erfahrung sammeln und sehen wie es uns geht. Die Runde zur Geysire el Tatio bietet sich gut an. Wir übernachten auf über 4000 m und treffen weitere Reisende, die ebenso vor Sonnenaufgang die Geysire besuchen und das einzigartige Naturschauspiel aus blubbernden und in die Höhe zischenden heißen Quellen miterleben möchten.
Ich bin sehr froh, dass Petra beim Hinauffahren die Notbremse zieht. Die Pause ist sehr willkommen und wir nützen die Zeit um zu klein gewordene Kinderkleidung auszusortieren, um diese bei Gelegenheit zu spenden. Der Körper funktioniert anders in der Höhe und wir merken jede Anstrengung. Auch die Höhentauglichkeit unserer Heizung muss getestet werden. Der große Moment kommt, die Heizung wird gestartet und sie läuft. Ein wenig anders, aber sie bläst die ganze Nacht durch warme Luft. Wenn das die nächsten Wochen so bleibt freuen wir uns sehr, denn es werden sehr viele Geschichten erzählt über Dieselheizungen ab einer gewissen Höhe. Wir sind nur froh, dass sie funktioniert, denn die Nächte in den Anden können empfindlich kalt werden.
Wir nützen die Runde um nach Calama weiter zu fahren, wo wir zu normalen Preisen unsere Vorräte auffüllen können.
Als Überraschung für uns alle, besuche ich mit Tobias und David am Abend den Circus in der Stadt. Eine willkommene Abwechslung zu unserem Reisealltag.
Für das Auto möchten wir auch etwas Gutes tun, deshalb ziehen wir den Ölwechsel vor. Da ein kalter Start in der Höhe dem Motor doch viel abverlangt.
Gut gerüstet machen wir uns auf Richtung San Pedro, von dort möchten wir über die Lagunenroute nach Bolivien.
Aber wie so oft kommt alles anders als geplant.
Dass wir uns in San Pedro von Anfang an nicht ganz wohl fühlen, liegt nicht allein daran, dass es jeden Tag am Nachmittag zu regnen beginnt, aber das ist eine andere Geschichte.
Somit volltanken und ab nach Bolivien.
Wir nehmen uns Zeit und versuchen uns auf die Höhe schrittweise heranzutasten. Wir schlafen bei strömenden Regen und Sturm auf ca. 3400m. Zu Mitternacht klopft es an der Kabine und es wird uns freundlich mitgeteilt, dass der Pass nach Argentinien aufgrund starken Schneefalls und einigen Unfällen gesperrt wird. Wir möchten aber nach Bolivien, das ginge schon gar nicht, da die Straße nur nach Argentinien geräumt werde. OK wir schlafen mal.
In der Früh beschließen wir weiter zu fahren und uns selber ein Bild von der Lage zu machen.
Auf dem Schild steht 5 km nach Bolivien, 7 km zur Laguna Verde und dazwischen viel Schnee!
Familienrat,...
es soll also nicht sein, wir wollen keine weiteren Tage warten bis die Strecke befahrbar wird. Schweren Herzens, denn wir haben uns auf die Strecke schon sehr gefreut, geht es über den Paso Jama nach Argentinien.
(wir haben vor der Reise beschlossen es gibt kein "MUSS" bei der Streckenwahl, wichtigstes Ziel: es muss allen gut gehen, Strecke variabel).
Da der Pass noch immer gesperrt ist, sind wir die einzigen und wir genießen die Einsamkeit auf der wunderschönen Hochebene. Große Verwunderung herrscht dann bei den Argentinischen Grenzbeamten, 'wo wir denn herkommen' der Empfang ist trotzdem nett und wir sind unerwarteter Weise retour in Argentinien.
Aber nur kurz, eben um nach Bolivien einzureisen.
Die Strecke ist mit ihrem farbigen Gestein sehr abwechslungsreich. Der Abstecher und der voraussichtlich endgültige Abschied von Argentinien ist somit sehr angenehm :-)