Reisen mit Säugling und Kleinkindern in Süd Amerika

Mittwoch, 4. März 2015

Rio Bio Bio,...

....,...,jetzt erholen wir uns mal und kurieren die Kinder aus. Die Kleinste und zugleich das sensibelste Mitglied unserer Familie blieb Stillen sei dank weitestgehend verschont. Wir genießen die Ruhe am Rio Colico (nicht so am Wochenende, da finden viele Familienfeiern statt) und den lieben Besuch einer schweizer Familie mit Kindern.
Eigentlich war unser Ziel der Lago Colico, aber Privatisierung sei "Dank" gibt es keinen öffentlichen Zugang für die Bevölkerung, welche ihren Unmut und Ärger darüber mit Protesten und Straßensperren zum Ausdruck bringt. Meiner Meinung nach braucht die Bevölkerung einen ordentlichen Zugang zu den Seen.
Die nächste Etappe unserer Reise führt uns zum N. P. Conguillio wo wir wandern möchten, die Paula hat in der Nacht jedoch andere Pläne. Petra schläft daher wie oft auf der Reise nicht viel und der Wandertag wird verschoben. Wir beschließen nicht durch den Park zu fahren, sondern retour und zum Ursprung des Rio Bio Bio zu fahren. Unsere Strecke soll entlang dieses Flusses führen.
Schön, der Anfang der Strecke bis nach Troyo ist so wie viele Straßen in Chile: viel Schotter.
Wir würden gerne nach Guallali. Wir fragen die Einheimischen, die meinen da müssen wir durch den Tunnel. Na gut, aber als wir vor dem Tunnel stehen, merken wir hier findet die erste Selektion der Fahrzeuge statt. Ob wir da durchkommen? Ja na das ist spannend. Eng wird es, Strasse ist das nicht mehr, aber wir sind noch zuversichtig. Das Einzige wo ich mich gar nicht wohlfühle ist die Schräglage des Pickup's, wenn es auf der Seite nichts als Abgrund gibt. Gut es ist später Nachmittag und ein ebener Platz für die Nacht ist gefunden. So viele gibt es hier nicht. Ach ja die einzigen die wir auf der Strecke trafen waren zwei Radfahrer.
Beim Früstücken gehen zwei Einheimische vorbei, wir fragen wie die Strecke sei: "schwer". Der eine fragt ob wir einen Traktor haben? Die Petra und ich schauen uns an, das Frühstück schmeckt mir nicht mehr. Was erwartet uns noch? Dass hier keiner mit dem Auto vorbeikommt haben wir schon registriert. Wir fahren weiter, das bedeutet man geht vor und dann fährt man :-)
Ja langsam verstehe ich was die zwei gemeint haben, die Bäume die als Brücke dienen, ob die uns aushalten bzw. der Pfad? Auf jeden Fall spannend. Wir überqueren den Berg und jetzt das Ganze wieder nach unten. Geschafft, die ersten Häuser werden von Tobias gesichtet.
Ja, was ist das jetzt? Ein nicht zu übersehendes Schloss, gut da können wir ja fragen.
... Sechs Stunden später sitzen wir immer noch auf der falschen Seite des Zaunes und es ist uns nicht ganz klar was hier los ist, nur dass wir nicht so einfach durchkommen und wir den Weg sicher nicht zurück fahren möchten. Die Hausherren sind nicht da und die Nachbarin, die hier ist hält uns auf, komische Geschicht. Angeblich hat sie keinen Schlüssel.
Gegen Abend kommt Bewegung ins Spiel. Die Schafe kommen mit einem Hirten und zwei Kindern. Es wird gesprochen, hin und her, wir entdecken, dass im Zaun ein Durchgang über den Hof führt, man muss nur die Pfosten verschieben. So die Frau, die den Nachmittag mit uns verbracht hat setzt sich aufs Pferd und ist weg. Der Hirte meint wir können durch, und wir fragen was mit dem angeblichen zweiten Schloss weiter vorne sei: da sind Leute die machen uns auf. Wir fragen nicht weiter. Rein in den Hof und raus, wieso ging das nicht vor sieben Stunden? Das zweite Schloss geht auf, kein Problem. Durchatmen, wir haben es geschafft, denken wir. Aber was ist das - ein Fluss, ein richtiger. So fuhr ich bisher durch kleine Bächer, jetzt habe ich also meine erste "richtige" Wasserdurchfahrt. Geschafft :-) , endlich.
Von der Polizei erfahren wir, dass die Strecke privat ist und von Norden sei sie gesperrt. Alle Fahrzeuge von Süden müssen beim Zaun umdrehen. So ein Glück, dass die Hausherren nicht zuhause waren! Die Strasse ist aber leider noch immer in allen Karten als öffentlich und befahrbar gekennzeichnet.
Außerdem verrät uns die Polizei, dass es an der Laguna el Barco recht schön sei. In der Nacht steuern wir also ziemlich erschöpft die letzten Meter bis zum Camping an der Laguna el Barco an.
Ein herrlicher Gebirgssee mit vielen Einheimischen, so freunden wir uns mit viele Familien an, ganz besonders mit Oscar Daniel's Familie. Herzlich wird uns Vieles erklärt, von Fliegenfischen bis über das Leben in Chile, nicht zu vergessen hat Oscar mir das Mate trinken beigebracht. DANKE Oscar!
Wir fahren noch zum letzten N. P. Laguna del Laja bevor es schnell von Chilan auf der 5er Autobahn nach Santiago geht.
Wir wollen von Los Andes über unseren ersten hohen Pass nach Mendoza.
Aber in der früh tropft es beim Pickup. Nun ist es so weit die hinteren Lager müssen getauscht werden, nur wo? Zum Glück habe ich die Ersatzteile mit, wir wollten es schon vor der Reise tauschen, die Ersatzteile sind leider nicht rechtzeitig gekommen.
So aber wo soll die Reparatur stattfinden, naheliegend ist Nissan. Wir fragen also wo die nächste Werkstatt ist, nicht weit in San Felipe. Gut eine Erkenntnis, je größer die Verkaufsglasfront desto kleiner die Werkstätte. Wir fahren aber trotzdem rein. Die Dame bis zu den Ohren geschminkt, mit den längsten Absetzen, die ich je sah, bittet mich ich soll ihr unser Anliegen erklären. Bald ist sie weg und es kommt uns ein nicht minder gekleideter Werstättenmeister entgegen. Hier kann uns keiner helfen, aber er kennt jemanden einen Block weiter, na gut das schaut nach Werkstatt aus. Die Mannschaft ist bemüht uns bald wieder loszubekommen und sie arbeiten. WICHTIG immer dabei bleiben bei der Reparatur, denn es gehen leider einige Teile kaputt. Und ich war die ganze Zeit über beruhigt wir sind im Land von Nissan, aber die Mannschaft bekommt keine Ersatzteile. Na gut, wenn man reist, muss man sich im Klaren darüber sein, dass das Auto anders wird. Nach dem Prinzip: Ersatzteile werden gemacht oder passend gemacht, für uns ist es von Anfang an ein Glück!
So am zweiten Tag ist das Auto so weit. Ich möchte noch was schweißen lassen wenn wir schon beim Reparieren sind, denn seit Tunesien schleppe ich diesen kleinen aber immer größer werdenden Schaden mit.
Kurz einkaufen und dann zum Schweißer. Er viel Arbeit und nach einer Stunde kommen wir an die Reihe. In dieser Werkstatt fühle ich mich besser aufgehoben, hier arbeitet der Chef noch persönlich ist ja auch ein Familienbetrieb.
Sie erzählen mir, dass vor Kurzem ein französisches Pärchen mit einem Rahmenbruch bei ihnen war, drei Tage Arbeit! Aber sie konnten weiterfahren, wie wir die nun nach Mendoza weiterfahren. Kurz vor Mendoza beim Stausee machen wir Pause, es war sehr viel, denn mit Kindern in der Werkstatt zu sein ist nicht ganz leicht, unsere Kinder sind zwar sehr erfahren :-), aber es ist immer eine große Anspannung für die ganze Familie.
So, aber jetzt müssen wir zum Weinfest nach Mendoza :-)























































Kommentare:

  1. !!! That's Adventure !!! Wow !!!
    Schön von euch zu hören!!!
    & was für ein tolles Sushi-Kleid die Paula hat!! 😊
    Wir schicken ein bussi aus der kalten Heimat an die Weltreisenden!!!
    Julia

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  2. Da krieg ich ganz schön Reiselust! Wir wünschen euch eine schöne Zeit und freuen uns jedes Mal über eure Berichte!
    Alles Liebe tobi

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